Erfolgreich abgeschlossene Projekte und vier Optionen in Sachen Gebietsreform

Witterda. Bei der gestrigen Einwohnerversammlung informierte Bürgermeister René Heinemann über aktuelle Entwicklungen und die Haushaltslage des Ortes. Das umfangreichste Bauprojekt dieses Jahres – die Sanierung des Backsteiches – ist bis auf wenige noch ausstehende Restarbeiten abgeschlossen. Die Ertüchtigung der Pfarrstufen (s. Elch-Report vom 11. Oktober) gehört ebenfalls zu den erfolgreich umgesetzten Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung. In den nächsten beiden Jahren steht die grundhafte Modernisierung der Kreisstraße 20 (beginnend am Goldenen Widder bis zum Ortsausgang in Richtung Friedrichsdorf) als größtes Vorhaben auf dem Programm. Dieses Großprojekt befindet sich derzeit in der Planungsphase.

Die Bauprojekte hatten mehrere Nachtragshaushalte im Laufe des Jahres erforderlich gemacht. So trat das volle Ausmaß der baulichen Schäden am Backsteich erst mit Beginn der Sanierungsarbeiten zu Tage. Die ursprünglich veranschlagten Kosten von 84.000 Euro (davon 53.700 € Fördermittel) haben sich erhöht auf 149.000 Euro. Der Backsteich ist für Witterda unverzichtbar, weil der Ort sonst nur unzureichend Löschwasser verfügbar hätte. Der Ausbau der K 20 sollte ursprünglich in drei Jahren vollzogen werden, nunmehr müssen die Mittel innerhalb von zwei Jahren aufgebracht werden. Dies machte eine erneute Haushaltsanpassung erforderlich.

Für die Zukunft offerierte Bürgermeister René Heinemann gemäß des aktuellen Standes der Gebietsreform vier Optionen für Witterda: Erstens die Bildung einer großen Landgemeinde zusammen mit Elxleben und den Orten der Verwaltungsgemeinschaft Geraaue (Walschleben, Andisleben, Ringleben, Gebesee). Vorteilhaft bei dieser Option wäre die Beibehaltung gewachsener Strukturen, z.B. der Schulstandorte für Grundschule in Walschleben, Regelschule in Elxleben und Gymnasium in Gebesee. Als zweite Möglichkeit bietet sich Witterda die Gründung einer großen Landgemeinde mit der Verwaltungsgemeinschaft Fahner Höhe (Gräfentonna, Döllstädt, Dachwig, Großfahner, Gierstädt, Kleinfahner) und Ballstädt, Bienstädt, Eschenbergen und Molschleben. Vorteilhaft hier die Nähe zu Gotha, die Größe der neuen Gemeinde von rund 11.500 Einwohnern könnte eine erhöhte Zuweisung von Landesmitteln nach sich ziehen. Eher aufwändig dagegen würden u.a. die Schulwege.
Die dritte Möglichkeit ist die Eingemeindung durch Erfurt. Hierin kann Bürgermeister René Heinemann keine Vorzüge erkennen, im Gegenteil – die Größe des Ortes lässt befürchten, dass keinerlei Mitspracherecht im Stadtrat zu erwarten wäre. Zudem käme es zu deutlichen Erhöhungen von Gebühren und Abgaben.
Die vierte Option bestünde darin, die Eigenständigkeit des Ortes zu bewahren, wenn das Vorschaltgesetz noch gekippt würde, weil dagegen geklagt bzw. ein Volksbegehren initiiert wird. Darauf allerdings kann und will René Heinemann sich jedoch nicht verlassen.

Sobald die Stadt Erfurt und das Land Thüringen sich verbindlich positioniert haben, ob Witterda Erfurt zugeschlagen werden soll oder nicht, sollen alle Bürger ihre Meinung zu den dann noch möglichen Optionen in einer umfassenden Befragung kundtun. Auch soll es weitere Einwohnerversammlungen zum Thema geben.

Anmerkung: Elch-Report vertieft das Thema Gebietsreform für die Orte in der Region in einer informativen Reihe und berichtet zum jeweils aktuellen Stand, bisher erschienen am 1. und 3. November.

Autor: B. Köhler   Foto: S. Forberg

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