Wichtige Maßnahmen zum Hochwasserschutz zwischen Walschleben und Elxleben

Das Hochwasser von 2013 ist noch gut im Gedächtnis. Bevor Tage und Wochen später sich das Ausmaß der Naturgewalt im ganzen Land offenbarte – hatten Elxleben und Walschleben bereits heftig zu kämpfen, um den Deich entlang der Gera zu sichern. Gemeinsam mit den Feuerwehren arbeiteten viele Freiwillige – füllten und schleppten Sandsäcke, verstärkten so den Deichfuß und späterhin, als das Wasser schon alles aufgeweicht hatte, flogen Helicopter und transportierten die Sandsäcke. Die Fotos der Freiwilligen Feuerwehr im Anhang belegen das. Es folgten Politikerbesuche und Versprechen, mehr für den Deichschutz zu tun.

Der Geradamm hielt den Wassermassen stand – andere Regionen hatten weniger Glück. Aber Sickerwasser trat auch bei uns an verschiedenen Stellen aus, einige Wiesen und Felder verwandelten sich in kleine Seen. Dann wurden erste Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser umgesetzt. Von Oktober 2013 bis Januar 2014 z.B. wurde südlich der Gerabrücke in Walschleben an der Kreisstraße 16 ein so genannter Auflastfilter gebaut. Dazu wurde Grasnarbe und Erdreich abgetragen, Kies aufgebracht und ein Vlies eingesetzt. Das stabilisiert den Deichfuß, lässt Wasser aber durchdringen. So lange das Wasser klar ist, also keine Erdteilchen mit sich führt, ist das alles in Ordnung, erfahren wir von Susanne Gabrich von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG). Erst wenn Erde weggeschwemmt, ist der Deich in Gefahr. Gleichzeitig fungiert dieser Auflastfilter als Deichverteidigungsweg, was wiederum bedeutet, dass der Weg vor dem Damm nicht aufweicht und für Schutzmaßnahmen, die mittels schwerer Technik ergriffen werden müssen, passierbar bleibt.  

Im Deichabschnitt zwischen Elxleben und Walschleben wurden nach dem Hochwasserereignis 2013 folgende Sofortsicherungsmaßnahmen durchgeführt:
- Entfernen von Wurzelstöcken einschließlich Verfüllen von Wurzellöchern,
- Beseitigung / Verfüllung von Tierbauten und Hohlräumen,
- Beseitigung lokaler erosionsbedingten Schäden im Deichvorland und am Deichfuß.  

Jetzt wurde der Auflastfilter von Walschleben bis zur Gerabrücke in Elxleben gebaut.  Von der Bermenoberkante (Das ist die Schräge Seite bis zur Deichkrone.) in einer Breite von fünf Metern mit einem Gefälle von drei Prozent. Zudem wurde der parallel verlaufende Graben, der ebenfalls der Entwässerung dient, erneuert.

Im Bereich der Kleingärten Elxleben schwenken der vorhandene Weg und Graben ab. Der Auflastfilter wird über den verrohrten Graben geführt und an den in Richtung Gerhart-Hauptmann-Straße abknickenden Weg angebunden. Die vorhandenen Auffahrten zur Deichkrone wurden zurückgebaut.

Da zwischen den Kleingärten und dem Deich nicht ausreichend Fläche zur Verfügung steht, muss in der Engstelle für ca. 100 Meter eine Unterbrechung des Deichverteidigungsweges in Kauf genommen werden. Der Auflastfilter bis zur Deichkrone allerdings konnte durchgängig gebaut werden. Der Deichverteidigungsweg soll späterhin noch asphaltiert werden.

Jetzt soll der Deich für eine Belastung eines sog. HQ(10) bzw. HQ(20) erreicht werden. Damit wird eine Hochwasserstärke, die statistisch alle 10 bzw. alle 20 Jahre auftritt, abzuwehren sein, ohne dass der Damm bricht. Hoffentlich hält sich das Wetter an die Statistiken und unsere Orte bleiben von Hochwasser verschont.

Autor: B. Köhler   Fotos: B. Köhler, Freiwillige Feuerwehr Elxleben


Rückblick Hochwasser 2013

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