
Im Wald, am Teich
Die Wintersonne kämpfte sich erst am Nachmittag durch Nebel und Dunst und tauchte das Waldgebiet nahe Reinhardsbrunn in freundliches Licht. Der Schnee ist getaut, noch sind sie Teiche, die eine lange Fischzuchttradition haben mit einer Eisschicht überzogen.
Der Komtskochteich – im Wald gelegen – gehörte der Legende zufolge einst armen Holzbauern, ein Geschenk des Landgrafen Ludwig des Eisernen von Thüringen (1128 - 1178), der sich im Walde verirrt habe und von den Bauern zu einem selbstgekochten Mittagessen – Komst – eingeladen worden sein soll.*
Die Schüler der Anthroposophischen Salzmann-Schule übten sich hier einst im Eislaufen. Die Salzmann-Schule ist heute ein staatliches Spezialgymnasium für Sprachen. 1784 kam Christian Gotthilf Salzmann nach Schnepfenthal. Er erwarb mit Unterstützung von Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha und Altenburg das Rittergut mit den dazugehörigen Ländereien und gründete am 8. März desselben Jahres eine Erziehungsanstalt nach den Grundsätzen des Philanthropismus im ehemaligen Gutshaus.
Bekannte Schüler waren Johann Matthäus Bechstein, Carl Ritter, Carl André und Franz von Schober. Bekanntester Lehrer war wohl Johann Christoph Friedrich GutsMuths, der sich insbesondere um die Entwicklung des Sport-, aber auch des Geographieunterrichts verdient gemacht hat. **
Ein Spaziergang hier in unserer schönen Thüringer Waldlandschaft lohnt sich in jedem Fall – auch kulturhistorisch gibt es viel zu entdecken. Das Schloss Reinhardtsbrunn wir nach 20jähriger leidvoller Verfallsgeschichte jetzt vom Land Thüringen restauriert – doch dazu später.
Wir wünschen einen guten Start in die neue Woche!
Quellen: * Philantropische Kulturstätten Schnepfenthal, Zöglingsweg, ** Wikipedia
Autor und Fotos: B. Köhler










