Kontrollierter Auftaktsieg

    Die TH Bulls gewinnen Spiel 1 der RBBL-Finals beim RSV Lahn-Dill mit 68:55 und legen in der „Best of Three“-Serie um die Deutsche Meisterschaft vor. (15:12, 13:11, 22:15, 18:17) Die Bullen waren am Pfingstsonntag ein letztes Mal in dieser Spielzeit auf Reisen. Einen besseren Anlass hätte es dafür kaum geben können: Die Finalspiele um die Deutsche Meisterschaft. Als Zielort des Navigationsgeräts war die Buderus Arena eingegeben. Damit war Wetzlar Schauplatz des ersten Endspiels der „Best of Three“-Serie gegen den Dauerrivalen RSV Lahn-Dill.

    Dabei musste der Titelverteidiger krankheitsbedingt auf den niederländischen Wirbelwind Anil Cegil verzichten. Der RSV Lahn-Dill reagierte unter der Woche auf die anhaltenden Personalsorgen auf der Lowpointer-Position mit der kurzfristigen Verpflichtung der ehemaligen Bullin Vanessa Erskine, um den Hessen mehr Rotationsmöglichkeiten zu geben. 

    Auch wenn die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft erst am kommenden Wochenende im Bullenstall fallen wird, ging es für beide Teams bereits im Auftaktduell um deutlich mehr als nur eine erste Duftmarke. Der „El Clásico“ des deutschen Rollstuhlbasketballs versprach damit schon ab dem Tipp-off Hochspannung.

    Die Begegnung begann auf beiden Seiten nervös. Das RSB-Team verlegte aus guten Positionen, während der RSV Nachlässigkeiten zur 4:6 Führung ausnutzte (3.Minute). Bulls-Coach Andre Bienek reagierte früh mit der ersten Auszeit. Arie Twigt setzte die Worte seines Trainers direkt in die Tat um und netzte selbstbewusst mit 6 schnellen Punkten ein (10:8, 6.Minute). Das intensive Kopf-an-Kopf-Rennen fand bis zum Viertelende mit leichten Vorteilen für die Thüringer seine Fortsetzung (15:12).

    Verteidigung blieb auch im zweiten Viertel Trumpf. Wetzlar störte die Angriffe der Gäste früh und zwang den Bulls-Express immer wieder zu kleineren Bremsvorgängen. Der eingewechselte Nationalspieler Matthias Güntner hielt seine Farben mit wichtigen Punkten im Spiel (22:18, 14. Minute). Hubert Hager antwortete jedoch prompt für den Titelverteidiger und sorgte dafür, dass die Thüringer ihren Vorsprung wieder etwas ausbauen konnten (28:20, 18. Minute). Kurz vor der Halbzeit verkürzte Thomas Böhme schließlich mit einem Distanzwurf auf den 28:23-Pausenstand.

    Die TH Bulls passten in der Halbzeit ihren Game Plan an und verfolgten verstärkt die Strategie, Topscorer Alex Halouski besser ins eigene Offensivspiel einzubinden. Diese Anpassungen trugen sofort Früchte. Die Nummer 14 nutzte die zusätzlichen Ballkontakte für starke zwölf Punkte in diesem Abschnitt. Defensiv schlossen die Bullen zudem die Fahrtwege der RSV-Scharfschützen Rose Hollermann und Thomas Böhme. In der Konsequenz bauten die Thüringer ihre Führung bis zum Ende des 3. Viertels auf 50:38 aus, was die zahlreichen mitgereisten Fans lautstark bejubelten.

    Das Team von Spielertrainer Michael Paye gab sich jedoch nicht geschlagen und kämpfte sich noch einmal auf sieben Punkte heran (55:48, 35. Minute). Doch die Elxlebener ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Angeführt von Halouski, der im Schlussabschnitt weitere neun Punkte auflegte, gewannen die Bulls auch das 4. Viertel und leiteten damit einen kontrollierten Endspurt zum 68:55-Auswärtserfolg ein.

    Mit diesem Auswärtssieg verschafften sich die Bullen den ersten Vorteil und haben am kommenden Freitag um 19:30 Uhr im bereits restlos ausverkauften Bullenstall den ersten Matchball. Daran denkt die Mannschaft um Kapitän Lukas Gloßner allerdings noch überhaupt nicht. Vielmehr wollen sich die Thüringer in der Trainingswoche gewissenhaft auf die erneut schwere Aufgabe im ewigen Duell vorbereiten, denn in der Finalserie ist noch längst keine Entscheidung gefallen.

    Für die RSB Thuringia Bulls spielten: Vahid Azad 10 Punkte, Lukas Gloßner, Arie Twigt 10, Alex Halouski 24, Tomas Klein, Marie Kier, Hubert Hager 6, Jordi Ruiz 11 und Joakim Linden 7

    Text: Thuringia Bulls, Fotos: Marcel Bube

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