
Restaurierung der Deckengemälde schreitet zügig voran
Im Herbst letzten Jahres startete die Restaurierung der Gewölbedecke der Andislebener Kirche St. Peter und Paul (Elch-Report berichtete). Die Voraussetzung bildete die vor vier Jahren durchgeführte grundhafte Dachsanierung, denn zuvor war durch das undichte Dach Nässe eingedrungen, die die Decken und ihre Gemälde in Mitleidenschaft zogen.
Nun also konnte die sensible Arbeit der Restauratoren beginnen – so lange, bis die winterlichen Temperaturen dies nicht mehr zuließen. Nach der witterungsbedingten Pause wurde im April die Arbeit wieder aufgenommen. Nach der Reinigung und der Feststellung und Dokumentation aller Schäden, wurden Fehlstellen im Putz ausgeglichen, Risse verschlossen. Jetzt werden fehlende Ornament-Teile nachgebildet und wieder eingesetzt.
Zur Überraschung der Restauratoren waren zwei als Ornament ausgebildete Vasen einst vergoldet worden, späterhin übermalt. Jetzt wird – originalgetreu – wieder Blattgold aufgetragen. Dazu werden die Ornamente zunächst mit gelber Farbe grundiert, damit das Gold dann eine größere Strahlkraft entwickeln kann. Um den Untergrund, der nunmehr aus alten und ergänzten, neuen Ornamentteilen besteht, zu einer homogenen Basis zu machen, die in gleicher Weise Farbe und Gold aufnehmen kann, wird ein Schellack aufgetragen.
Restauratorin Marie Graubner und ihr Team zeigen sich optimistisch, die Arbeiten im Spätsommer oder ggf. im frühen Herbst erfolgreich abschließen zu können. Dann wölbt sich über den Besuchern der Kirche eine Decke mit strahlend schönen Gemälden, die aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts datieren und für ein ganz besonderes Flair sorgen.
Autor: B. Köhler, Fotos: B. Köhler

Restauratorin Marie Graubner erklärt, wie Schäden am Putz ausgeglichen werden: Eine Holztonne, mit Schilfrohr bespannt, trägt den Putz. Fehlstellen und Risse werden mit Vlies kaschiert und mit Stempeln gestützt. Flüssigmörtel wird hinterspritzt, wo die Decke durchhing. Von außen wird dann ein Kalkmörtel aufgetragen. Wo keine Hinterfüllung möglich ist, werden kleine Edelstahlanker gesetzt, die den Putz fixieren.

Hier sind Fehlstellen im Putz bereits ausgeglichen, Risse verschlossen.

So beeindruckend schön wirken die bereits fertig restaurierten Deckengemälde.

Hans Wagner aus dem Restauratoren-Team erklärt die Arbeiten zur Wiederherstellung der Ornamente.

Fehlende Teile werden vor Ort hergestellt.


Einst vergoldete Vase erhält jetzt wieder ein Blattgold-Auflage.

Welcher Goldton kommt dem Original am nächsten?

Mareike Schmidt arbeitet mit hoher Präzision an den Gemälden.
