Traumhaft schön - Deckenmalerei in neuem Glanz

    Es ist vollbracht. Die Deckenmalerei der Kirche St. Peter und Paul in Andisleben ist vollständig restauriert. Auch alle Ornamente und Stuckelemente erstrahlen in neuem Glanz. Am 10. August wurden die Arbeiten vom Amt für Denkmalschutz abgenommen und bestens bewertet, viel gelobt.

    Die Kirche, errichtet zu Beginn des 14. Jahrhunderts, erhielt vor vier Jahren ein neues Dach und damit wurde die Voraussetzung geschaffen, die in der ersten Hälfte des 18 Jahrhunderts erschaffenen Deckengemälde zu restaurieren, die durch Wassereintritte des ehemals undichten Daches in Mitleidenschaft gezogen waren, natürlich auch dem Alter geschuldete Malaisen aufwies. Der Träger der Decke ist eine Holztonne, mit Schilfrohr bespannt, das den Putz trägt. Dieser Malereiputz wies deutliche Risse und Fehlstellen auf, hatte sich teilweise vom Schilfrohr gelöst. Über viele Jahre hatte ein Netz die Besucher des Gotteshausese vor evt. herunterfallenden abgeplatzten Teilen des Putzes geschützt.

    Restauratorin Marie Graubner hatte die Arbeiten im vergangenen Herbst aufgenommen. Nach Reinigung und Konservierung wurde mit den eigentlichen Restaurierungsarbeiten begonnen. Mit Flüssigmörtel und kleinen Edelstahlankern wurden die gelösten Stellen wieder am Schilfrohr befestigt, Risse wurden geschlossen, Fehlstellen ausgebessert. Originale Farben (es gab wohl im 19. Jahrhundert Überbauungen) und blattvergoldete Elemente wurden freigelegt. In einem nächstenSchritt wurden Fehlstellen in den Ornamenten nachgebildet und an Ort und Stelle wieder eingefügt. 

    Das Ziel ist erreicht: Petrus und Paulus und die vier Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes erstrahlen nun wieder in beeindruckend leuchtenden Farben.

    Dirk Sterzik, Vorsitzender des Fördervereins der Kirche, zeigt sich zutiefst beeindruck: „ Ich kann es immer noch nicht fassen. Ich kann nur staunen, staunen und nochmals staunen.“

    So wird es auch den Besuchern gehen, wenn am 26. September nicht nur die Kirche als solches, sondern auch das sie das seit 300 Jahren prägende Ortsbild Anlass für ein großes Fest sein wird. 

    280.000 Euro hat diese Generalkur gekostet. Die Mittel stammen vom Förderverein der Kirche Peter und Paul, der Spenden auch von vielen Andislebener Bürgern sammelte, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, vom Amt für Denkmalschutz, vom Kirchenkreis Erfurt, von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland, von der Marlis-Kreßner-Stiftung für Denkmalpflege. 

    Wissenswert 

    Die Deckenbemalung wurde einst als Fresco und Al Secco ausgeführt. Ein Fresco wird auf den frischen Putz gemalt, ein Al Secco hingegen auf den trockenen Putz aufgetragen. Zunächst wurden in Andisleben die Konturen der Abbildungen, die Vorzeichnungen, mit einer orangen Farbe auf die Gewölbedecke aufgetragen, dann die ausdrucksstarken, lebendig wirkenden Figuren gemalt. Die Farben, die ausschließlich natürliche Pigmente enthielten, behielten viel von ihrer Leuchtkraft über die Jahrhunderte hinweg. 

    Autor: B. Köhler, Fotos: J. Köhler 

    Glücklich über das herausragende Werk: 
    Ernst Herrbach (Deutsche Stiftung Denkmalschutz) übergibt einen weiteren Teilbetrag zur Finanzierung der Restaurierung. Ina Tuchscherer, Susann Schlottermüller, Carola Fleischmann (alle Mitglieder des Gemeindekirchenrates), Restauratorin Marie Graubner und Dirk Sterzik, Vorsitzender des Fördervereins St. Peter und Paul
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