Joakim Linden (#15) mit dem Korbwurf
Bulls-Express nach Startschwierigkeiten nicht zu stoppen
Die RSB Thuringia Bulls setzen sich im Spitzenspiel gegen Hannover United mit 90:46 (13:10, 31:19, 22:11, 24:6) durch. Nach einem umkämpften Beginn übernahm der Deutsche Meister zunehmend das Kommando und verteidigte souverän die Tabellenführung.
Nach den beiden erfolgreichen Auftaktpartien gegen München und Trier wartete mit Hannover United die nächste Herausforderung auf die Mannschaft von Andre Bienek, der am Reformationstag zugleich seinen 40. Geburtstag feierte. Für eine besondere Geschichte sorgte ein doppeltes Wiedersehen: Ex-Bulle Tomas Klein traf auf seine ehemaligen Weggefährten, während Neu-Bulle Alexander Budde erstmals in der Bundesliga gegen seine alte Liebe antrat. Bereits beim FUNKE CUP standen sich beide Teams zweimal gegenüber. Nun wollten die Niedersachsen auch im Ligaalltag ihre Qualitäten unter Beweis stellen und den Bulls-Express ausbremsen. Bei den Thüringern kehrte Vahid Azad nach seiner internationalen Abwesenheit in den Kader zurück, während Nationalspielerin Marie Kier weiterhin nicht zur Verfügung stand.
Die Begegnung begann mit hoher Intensität. Die Bulls setzten die Gäste früh unter Druck, doch Hannover hielt mit viel Übersicht und cleverem Passspiel dagegen. Vor allem Auswahlspieler Jakob Krömer stellte die Thüringer Defensive immer wieder vor Herausforderungen und sollte bester Akteur seiner Farben werden (4:4, 4. Minute). Ein Dreier von Alex Halouski verschaffte den Gastgebern etwas Luft (9:4), ehe United verkürzte und Geburtstagskind Bienek zur ersten Auszeit griff (9:6, 6. Minute). Offensiv fehlte den Hausherren zunächst die nötige Präzision. So endete ein punktearmes, dafür umso intensiveres Auftaktviertel mit einer knappen 13:10-Führung.
Auch im zweiten Spielabschnitt schenkten sich beide Mannschaften wenig. Hannover setzte mit einer großen Aufstellung um Nationalspielerin Catharina Weiß auf körperliche Präsenz und zwang die Bulls immer wieder zu Würfen aus der Distanz. Gleichzeitig erhöhten die Hausherren mit ihrer Pressaufstellung um Anil Cegil den Druck auf den gegnerischen Spielaufbau. Die Niedersachsen, die bereits zum Saisonauftakt gegen die Rhine River Rhinos überzeugt hatten, blieben zunächst auf Augenhöhe. Spielmacher Amit Vigoda verkürzte sehenswert auf 20:18 (14. Minute).
Doch nun nahm der Bulls-Express Fahrt auf. Angeführt von den beiden Dauerbrennern Joakim Linden und Alex Halouski fanden die Gastgeber auch aus der Distanz ihren Rhythmus. Ein 10:0-Lauf sorgte für die erste deutlichere Führung und zwang Hannovers Trainer Martin Kluck zur Auszeit (30:18, 16. Minute). Die intensive Ganzfeldverteidigung zeigte immer mehr Wirkung. Ballgewinne, schnelles Umschaltspiel und konsequent ausgespielte Angriffe brachten die Füchse zunehmend in Bedrängnis. Zwar setzte Kapitän Sadler mit einem Dreier noch einen offensiven Akzent, doch zur Halbzeit hatten sich die Thüringer bereits auf 44:29 abgesetzt.
Nach dem Seitenwechsel knüpften die Bulls nahtlos an ihre starke Phase an. Besonders Jordi Ruiz drückte dem Spiel nun seinen Stempel auf. Der Spanier erwischte seinen bislang besten Saisonauftritt und avancierte mit 24 Punkten zum erfolgreichsten Werfer der Begegnung. Mit viel Spielfreude, klugen Entscheidungen und konsequenten Abschlüssen übernahm er zunehmend Verantwortung. Während Hannover gegen die bewegliche Thüringer Verteidigung kaum noch Lösungen fand, bauten die Gastgeber ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Mit einer komfortablen 66:40-Führung im Rücken hatten die Bulls bereits vor dem Schlussviertel für eine sehr gute Ausgangslage gesorgt.
Doch wer glaubte, die Bulls würden angesichts der klaren Führung einen Gang zurückschalten, sah sich getäuscht. Zwar fehlte offensiv phasenweise die letzte Konsequenz und die zwischenzeitliche Pause von Halouski machte sich bemerkbar, doch in der Verteidigung blieben die Thüringer kompromisslos. Über die gesamten 40 Minuten hielt die Mannschaft von Coach Bienek an ihrer aggressiven Ganzfeldpresse fest und verlangte den Gästen bis zur Schlusssirene alles ab. Auch Rückkehrer Vahid Azad fügte sich mit acht Punkten erfolgreich ein. Trotz der Vorentscheidung boten beide Teams dem gut gefüllten Bullenstall bis zur Schlusssirene beste Unterhaltung.
Am Ende stand ein souveräner 90:46-Heimerfolg, bei dem die Bulls nach anfänglichen Schwierigkeiten einmal mehr ihre mannschaftliche Geschlossenheit und defensive Qualität unter Beweis stellten. Neben Topscorer Jordi Ruiz überzeugten Joakim Linden (22 Punkte) und Alex Halouski (19) als offensive Aktivposten. Mit drei Siegen aus drei Spielen bleibt der Deutsche Meister ungeschlagen an der Tabellenspitze. Am kommenden Sonntag um 16 Uhr wartet mit dem Auswärtsspiel beim RSV Lahn-Dill in der Buderus Arena bereits der nächste Härtetest. Beim Duell der beiden deutschen Topteams hoffen die Thüringer auf lautstarke Unterstützung zahlreicher mitreisender Bulls-Anhänger.
Für die Thuringia Bulls spielten:
Jordi Ruiz (24 Punkte), Anil Cegil, Joakim Linden (22), Alex Halouski (19), Vahid Azad (8), Hubert Hager (7), Jens Albrecht (6), Lukas Gloßner und Alexander Budde (4).
Text: Thuringia Bulls,

Alexander Budde (#13) im Duell mit Jakob Krömer (#22)
Jens Albrecht (#12) nimmt sich den Wurf
Alex Halouski (#14) am Ball
Hubert Hager (#4) und Tomas Klein (#5) im direkten Duell
Vahid Azad (#7) in der Offensive
